SAARART 11

Lydia Kaminski & Philipp Neumann KANON

30. Mai – 27. August 2017

Lydia Kaminski und Philipp Neumann, 2017

Lydia Kaminski und Philipp Neumann, 2017

Der Nationalismus ist begründet auf der Utopie einer heilen Welt.

Er bildet eine Einheit im Kampf gegen den gemeinsamen Feind. 

Andersartigkeit und die Vielfalt existenzieller und moralischer Fragen sind die Bedrohungen, denen die Utopie ausgesetzt ist. Diese Bedrohungen wachsen in einer fortschrittlichen Zeit so rasant an, dass sie anhaltend den Kampf dagegen legitimieren. Im Kampf wird der Glaube an eine fiktive Einheit in der zukünftigen Utopie bestärkt. Doch wie sähe diese Zukunft aus? Wie könnte eine Gemeinschaft, die sich nur durch ihre Absonderung von der Außenwelt definiert, heute aussehen? Im Rückblick auf die deutsche Geschichte, wie weit würde diese Gemeinschaft gehen? Auch heute brennen wieder Häuser, was wird wohl morgen brennen? In der Arbeit Kanon widmen sich die Künstler Lydia Kaminski und Philipp Neumann diesen Fragen. 

Philipp Neumann ist 1982 in Dresden geboren. Als Kind eines Künstlerpaares entwickelte sich früh seine Faszination für Licht in Theater und Kunst, die ihn 2005 für eine Ausbildung zum Licht und Veranstaltungstechniker ins Saarland zog. Von 2007 bis 2013 studierte er Mixed Media und Bildhauerei bei den Prof. Daniel Hausig und Prof. Georg Winter an der HBKsaar und diplomierte mit seiner Arbeit „Pool“. Seine Arbeiten reichen von Objektkunst zu raumfüllenden Installationen. Wichtiger Bestandteil seiner Arbeiten ist eingefärbtes Wasser. Thematisch setzt er sich mit kulturellen und gesellschaftlichen Mechanismen auseinander die er symbolisch in seinen Arbeiten aufgreift und hinterfragt.

Philipp Neumann ist Gründungsmitglied der Künstlergruppe ZKK (Zentrum für kabelgebundene Kunst), war Künstler der Veranstaltungsgruppe „Die Akrobaten“ und Mitglied des Vereins OFF SPACE.ev.

Von 2009 bis 2015 war er maßgeblich am Aufbau des alternativen Kulturzentrum am Römerkastell in Saarbrücken beteiligt.

Die 1984 in Merzig geborene Lydia Kaminski zeichnet und malt seit ihrer Kindheit. Nach ihrem Diplom in Modedesign 2009 arbeitete sie einige Jahre als Kostüm- und Modedesignerin. Sie lebte einige Zeit in Schweden und den Niederlanden. Seit 2013 widmete sie sich ganz ihrer künstlerischen Arbeit. Von 2013- 2015 studierte sie Social Design in Wien. 2014 entstand ihr erstes filmisches Experiment. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen den Medien Film, Malerei und Zeichnung. Inhaltlich setzt sie sich mit gesellschaftlichen Fragestellungen wie der Suche nach Identität, regionalen und städtischen Wandel und Migration auseinander.

Seit 2016 arbeitet sie als Künstlerpaar mit dem Künstler Philipp Neumann. Gemeinsam entwickeln sie multimediale Installationen. Aktuell arbeitet sie an der Fertigstellung ihres ersten Dokumentarfilms "Römerkastell - Saarbrücken ist nicht Berlin".